27/08/2019 Risk Management
Christian Rautenberg

2-Faktor-Authentifizierung (2FA) – Motivation zum Kaufabbruch?

Neulich in einem Geschäft in der Fußgängerzone – Klamotten auf den Ladentisch gepackt und die Kreditkarte gezückt – bittet mich die freundliche Verkäuferin um meine PIN-Nummer für meine Karte… welche PIN-Nummer? Für besagte Karte, mit der ich seit 20 Jahren – ohne PIN! – bezahle und daher seit 19,8 Jahren die PIN-Nummer aus meinem Gedächtnis verbannt habe? OK, habe mit EC-Karte bezahlt, passt schon. Ein paar Tage später, gleiche Fußgängerzone, anderes Geschäft – und erneut werde ich nach der PIN gefragt. Damnit.

So freue ich mich auf ein Schreiben meiner Bank – nein, keine neue PIN, die muss ich erst beantragen – sondern ein Hinweis, dass ich meine Kreditkarte für Online-Bestellungen registrieren/freischalten lassen muss. Das war letztlich recht einfach – also, gar nicht schlecht gemacht.

Jetzt bin ich schon im Bereich Kredit- und Risikomanagement beruflich aktiv, zwar nicht im Payment, aber ganz fremd ist mir das Ganze nun wahrlich nicht. Und plötzlich trifft mich die PSD2 und die damit verbundene 2-Faktor-Authentifizierung. Selbst bei mir kommen viele Fragen auf. Klar, kann man alles irgendwo nachlesen und somit trotzdem noch seine Einkäufe erledigen. Es ist jedoch mühsam und ein Zeitfresser.

Die Herausforderungen im Online-Geschäft.

Dann mag es noch viele (Online-)KäuferInnen geben, die sich gar nicht damit beschäftigen wollen… ganz zu schweigen von Online-Shops, die die 2FA gezwungenermaßen auf den Tisch bekommen, obwohl ihr Fokus auf ganz anderen Themen liegt.

Die Herausforderungen im Online-Geschäft sind bekannt:

  • Beschaffung und Verkauf von Gütern – das macht vermutlich am meisten Spaß, denn letztlich ist es der Kern des Business
  • Kundenmanagement – ja, Kunden machen auch viel Spaß
  • Datenschutz nach DSGVO – boah, echt jetzt?
  • Payment – Kauf auf Rechnung vs. Dienstleister vs. Offene Rechnungen… menno
  • Geringe Margen – Die Spaßkurve hat Grenzen!

Und jetzt? Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Es wird September. Die PSD2 und die tollen Ideen nehmen richtig Fahrt auf… da kann der Herbst und das Weihnachtsgeschäft kommen.

Wenn es denn kommt!

Doch was ist die Lösung?

Was passiert, wenn Online-Shops eben nicht mehr „convenience“ anbieten können? Was passiert, wenn Kaufabbrüche steigen und somit der Umsatz zurückgeht? Es liegt gewiss nicht an den Waren, der tollen Webseite, den Aktionen oder Angeboten!

Es droht die Gefahr, dass Kunden Käufe abbrechen, weil Online-Shopping kompliziert wird – falls die Online-Shop- & Payment-Systeme nicht auf diese Herausforderung angepasst wurden. Und noch eine kurze Frage sei erlaubt: Wie oft probiere ich den Kauf an anderen Tagen erneut, wenn es zuvor nicht funktioniert hat? Ein Schuft, der Böses dabei denkt, falls Kundenloyalität verloren ginge!

Selbstverständlich wird es auf der Seite verschiedener Payment-Dienstleister entsprechend gute Lösungsvorschläge geben! Selbst im TV habe ich bereits Werbung gesehen, in der die Möglichkeit des Kaufs auf Rechnung angepriesen wurde. Also mäandert die Payment-Seite weiter zu Dienstleistern inklusive der damit verbundenen Abhängigkeiten. Sanken die externen Payment-Kosten zuletzt, mag sich dies ebenfalls wieder regulieren.

Eine Option für den Online-Shop wäre es, die Payment-Seite wieder zunehmend eigenständig zu steuern! Die Stärkung des Deutschen liebster Zahlart – den Kauf auf Rechnung – selbst in die Hand nehmen und die damit einhergehenden Risiken managen: Kaufabbrüche vermeiden, Jahresendgeschäft sichern, Kundenzufriedenheit erhöhen!

Wie geht es nun weiter?

Sind die kommenden Monate dominiert von frustrierten Online-Händlern und –Kunden? Wie bekommen Online-Händler die Herausforderung der 2FA in den Griff? Wie kann sicherer Rechnungskauf angeboten werden und trotzdem ein unkomplizierter Checkout gelingen? Wir geben Antworten! Schauen Sie sich unser Webinar zum Thema „2-Faktor-Authentifizierung“ an! 30 Minuten am 10. September um 11:00 Uhr – passt in jeden Kalender!